Fähigkeitsausweis SSIPM

WB-Programm des FA SSIPM (Inhalt der zu erwerbenden Kompetenzen)

  • Kenntnisse der Schmerzphysiologie: periphere Mechanismen der Schmerzentstehung, Verarbeitungsprozesse im Rückenmark und Gehirn, Bedeutung der plastischen Verände-rung des nocizeptiven Systems, endogene Schmerzmodulation.
  • Fähigkeit, eine strukturierte Anamnese und Untersuchung durchzuführen, fokussiert auf die Besonderheiten der chronischen Schmerzpatienten. Dazu gehören differentialdiagnostische Aspekte in Bezug auf die Mechanismen der Schmerzentstehung, Erfassung der physischen Behinderung und von groben psychosozialen Störungen.
  • Grundkenntnisse der nicht invasiven diagnostischen Verfahren in Bezug auf die Krank-heitsbilder, die vom Schmerztherapeuten behandelt werden. Dazu gehören u. a. die Bildgebung, sensorische Testungen und elektrophysiologische Messungen.
  • Kenntnisse der Möglichkeiten der nicht-invasiven Therapien in Bezug auf die Krankheitsbil-der, die vom Schmerztherapeuten behandelt werden. Dazu gehören tiefe Kenntnisse der medikamentösen Schmerztherapie und ihre Anwendung bei den komplexen Schmerzsyndromen, die auf gewöhnliche Analgetika in üblicher Dosierung nicht ansprechen. Ferner sind je nach Gebiet Kenntnisse über Physiotherapie, Psychotherapie, multidisziplinäre Re-habilitation und Radiotherapie erforderlich.
  • Fähigkeit, einen Therapieplan mit einem stufenweisen Vorgehen zu erarbeiten.
  • Fähigkeit, den Verlauf der Abklärung und Behandlung zu dokumentieren.
  • Fähigkeit, Patienten interdisziplinär abzuklären und zu behandeln.
  • Fähigkeit, die Indikation zur invasiven Abklärungen und Behandlungen zu stellen, unter anderem mit Berücksichtigung der erwarteten Resultate, der Risiken und der möglichen al-ternativen Verfahren.
  • Tiefe Kenntnisse über Verlässlichkeit und Validität der angewandten diagnostischen invasi-ven Interventionen.
  • Tiefe Kenntnisse der relevanten Literatur bezüglich der angewandten invasiven Interventio-nen.
  • Fähigkeit, schmerztherapeutische Interventionen selbstständig durchzuführen.
  • Fähigkeit, das Resultat der diagnostischen Verfahren auszuwerten und zu interpretieren.
  • Tiefe Kenntnisse der möglichen intraoperativen Komplikationen und Fähigkeit, sie frühzeitig zu erkennen und in einer Erstversorgung zu behandeln.

Zuständigkeiten

Für die Ausarbeitung und Revisionen des WB-Programms ist die vom Vorstand eingesetzte WB-Kommission zuständig.Für die Beurteilung von FA-Anträgen und FA-Rezertifizierungen ist die vom Vorstand eingesetzte Interdisziplinäre Kommission zuständig. Sie setzt sich aus je einem Delegierten folgender Fachgesellschaften zusammen: Anästhesiologie, Neurologie, Neurochirurgie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie und Rheumatologie.