
Moderne SCS-Systeme nutzen unterschiedliche Stimulationsparadigmen zur Schmerzmodulation:
Die SCS-Therapie kommt für Patientinnen und Patienten mit therapierefraktären, chronischen Schmerzsyndromen in Betracht, bei denen leitliniengerechte konservative, medikamentöse und primär-chirurgische Optionen ausgeschöpft sind.
Hauptindikationen:
Eine sorgfältige Patientenselektion ist entscheidend für den Therapieerfolg. Alle potenziellen Kandidaten sollten eine interdisziplinäre Evaluation unter Einbezug der Fachdisziplinen Schmerzmedizin, Neurochirurgie, Neurologie und Psychosomatik/Psychiatrie durchlaufen. Die finale Indikationsstellung und Patientenevaluation erfolgen standardisiert.
Ein wesentlicher klinischer Vorteil der SCS ist die vollständige Reversibilität, die durch ein sequenzielles, zweistufiges Vorgehen gesichert wird.
Phase 1: Die perkutane Testphase (SCS Trial)
Phase 2: Die definitive Implantation
Bei verifiziertem Therapieerfolg während des Trials wird in einem zweiten, kurzen operativen Eingriff das definitive System implantiert. Die permanenten Elektroden werden mit dem eigentlichen Neurostimulator (dem implantierbaren Impulsgenerator inkl. Batterie) verbunden, welcher subkutan (meist gluteal oder im Abdominalbereich) in einer operativ präparierten Gewebetasche platziert wird.
Obwohl das Verfahren im Vergleich zu destruktiven Wirbelsäuleneingriffen ein günstiges Risikoprofil aufweist, müssen spezifische peri- und postoperative Komplikationen differenzialdiagnostisch beachtet werden: